Eine nette Geschichte auf der Site des Guardian:
London’s urban birder David Lindo explores Wormwood Scrubs in west London
17. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Eine nette Geschichte auf der Site des Guardian:
London’s urban birder David Lindo explores Wormwood Scrubs in west London
16. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Die europäische Nahrungsmittelsicherheitsbehörde EFSA in Parma ruft alle, die über Daten zu BPA verfügen, auf, sie ihr zu schicken:
Member States, research institutions, academia, food business operators, packaging business operators and other stakeholders are invited to submit data on Bisphenol A, in particular:
- occurrence data in food and beverages intended for human consumption
- migration data from food contact materials
- occurrence data in food contacts materials
Data provided may be used in the EFSA opinion depending on their quality, exclusion criteria will be indicated in the EFSA opinion. The data provider organisation will be cited in the EFSA opinion. Data provider organisations wishing to remain anonymous in the publication should indicate it.
Der Aufruf steht im Zusammenhang damit, dass die EFSA die ganze Thematik rund um Bisphenol A BPA neu aufrollen will.
Die Daten, die die westschweizer FRC hat erheben lassen bei Büchsenfood etc., fallen exakt unter den Titel “occurrence data in food and beverages intended for human consumption”. Drum hab ich die mal auf den EFSA-Aufruf angespitzt.
16. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Meine Gewerkschaft SSM teilte gestern mit, die Verhandlungen mit der SRG über den neuen Gesamtarbeitsvertrag seien gescheitert. Dank des Agenturmonopols der Schweizerischen Depeschenagentur erfahren die allermeisten aussenstehenden Personen davon nicht mehr als ein paar dürre Sätze. Worum es wirklich geht, versammelte das SSM in einem Faltblatt, das die Forderungen des Arbeitgebers auflistet und die Folgen für die Angestellten zeigt und in einem Vergleich der Ist-Situation bei der SRG mit anderen Arbeitgebern. Er entlarvt den von der SRG verbreiteten Mythos, sie sei eine ganz besonders grosszügige Arbeitgeberin, als unhaltbar. In der aktuellen, für die Angestellten äusserst belastenden und verunsichernden Umbruchphase im ganzen Haus ist die Haltung der SRG, gelinde gesagt, wenig motivierend.
“Impressum”, der – gemäss seinen Angaben – grösste Schweizer Verband von JournalistInnen, nahm an den Verhandlungen als Beobachter teil. In einem Communiqué über das Scheitern schreibt er:
Die SRG hatte an diversen Punkten versucht, das Personal flexibler einsetzen zu können und dabei auch bei den Entschädigungen für Nachtarbeit, Wochenendarbeit sowie unregelmässige Arbeit zu sparen, sowie den Gesundheitsschutz empfindlich einzuschränken. Auch die Einlagen in den Kreativitätsfonds, der den Mitarbeitenden insb. für Weiterbildungen zur Verfügung steht, und der die Gegenleistung für abgetretene Urhebernutzungsrechte darstellt, wollte die SRG in unakzeptablem Umfang kürzen. Trotz der konkret demonstrierten Bereitschaft des SSM, dem Flexibilitätsbedürfnis der SRG Rechnung zu tragen, konnte keine Einigung gefunden werden. (…) Auf die SRG mit ihrem extremen Bedürfnis nach flexibel einsetzbarem Personal würde gemäss Einschätzung von impressum bei einem GAV-losen Zustand ein heute kaum abschätzbarer Aufwand zukommen, um auf einzelvertraglicher Ebene eine zum GAV äquivalente Situation herbeizuführen. Ausserdem wäre der Aufwand sowohl beim SSM als auch bei der SRG für die Lösung der zu erwartenden arbeitsrechtlichen Probleme enorm.
In dem Zusammenhang sind die Journalisten-Löhne bei SRF von Interesse. Gemäss aktueller Liste belaufen sie sich auf: Mindestlohn bei tiefster Einstufung: 67’251.-, Maximallohn bei höchster Einstufung: 137’787.- Ergo gerade mal 0-20% über den von Impressum empfohlenen Mindestlöhnen.
NACHTRAG 18.5.2012: Der kleinreport lässt heute Vertreter der Gewerkschaftsdelegation zu Wort kommen. Lesenswert! Ebenfalls nur der kleinreport vermerkt, dass “Syndicom – Gewerkschaft Medien und Kommunikation” sich mit dem SSM solidarisiert. Gemäss SMD stand in keiner Zeitung in der Printausgabe über die gescheiterten Verhandlungen mehr als die zusammengekürzte Meldung der SDA.
14. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Im Editorial zu dem nicht weniger als 23 sicher fundierte Artikel umfassenden Extrateil wird zu lesen sein:
Although some systems (the European Union) still war against outside entities, others (the Orang Asli societies in Malaysia) do not.
Warum das ehrenwerte Magazin der “American Association for the Advancement of Science” im Vorwort zu dem verdienstvollen Sondereffort aber ausgerechnet gegen die EU schiesst, wo doch in Sachen “war against outside entities” viel eher Einiges vor der eigenen us-amerikanischen Haustüre zu kehren wäre, erschliesst sich mir, ehrlich gesagt, nicht unmittelbar… Mit welchen “outside entities” genau ist die EU im “war”? Mit Flüchtlingen, die über’s Mittelmeer nordwärts fliehen? Klar, kann man mit diesem Begriff meinen. Jens Jarisch hat darüber ein äusserst hörenswertes Radiofeature gestaltet. Oder sind Handelskonflikte gemeint? Man weiss es nicht. Dabei läge bei den USA oder der NATO die Antwort auf die Frage, mit wem sie auf Kriegsfuss stehen, auf der Hand. Warum bringt Science dann nicht dieses Beispiel?
Lesen die Editors von Science die von ihnen veröffentlichten Artikel nicht? Immerhin schreibt der Anthropologe und Konfliktforscher Douglas P. Fry in seinem Beitrag in Sciene mit dem Titel “Life without war”:
“Can humanity exist without war? Some completely nonwarring societies and peace systems, such as the tribes of India’s Nilgiri and Wynaad plateaus, the Orang Asli societies of mainland Malaysia, and the Australian Aborigines of the Great Western Desert, suggest that this is possible. Furthermore, the Upper Xingu peoples, Iroquois Confederacy, and EU are not mere utopian fantasies; they represent real-world clusters of neighboring societies that live together without war within their peace systems. They have found similar multifaceted paths to successfully keep the peace. These peace systems represent new perspectives and possibilities for living without war that play on the necessity for cooperation under conditions of interdependence.”
Wenn ich’s recht verstehe, nennt Fry die EU ein “peace system”, nicht ein “system”, das im Krieg stehe mit “outside entities”. Anyway: Peace!
14. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Und zwar in die Stromproduktion!
Here, we demonstrate that the piezoelectric and liquid-crystalline properties of M13 bacteriophage (phage) can be used to generate electrical energy.
schreiben Lee et al. heute in “Nature Nanotechnology” unter dem Titel
Virus-based piezoelectric energy generation
Das wird vielleicht meinen Büronachbarn, Thomas Häusler, freuen, Autor des Buches “Gesund durch Viren“.
14. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Heute erscheint in den “Proceedings of the National Academy of Sciences” der USA der Artikel “Context and dating of Aurignacian vulvar representations from Abri Castanet, France” mit dieser Abbildung. Die Gravierung wird bezeichnet als “Vulvar form”. Und leicht stirnrunzelnd fragte ich mich, warum in aller Welt diese Steinzeitforscher immer überall Vulvas sehen?!?!?! Das ist ja nicht das erste Mal, dass grundsätzlich schwer interpretierbare Formen als Abbilder weiblicher Geschlechtsteile bezeichnet werden. Jetzt hab ich für mich das Rätsel dieser weit verbreiteten Interpretation der Wissenschaftler gelöst! Der Abbé ist schuld! Im Paper lese ich:
Aurignacian vulvar imagery from Castanet, Blanchard, and other sites such as La Ferrassie and Abri Cellier in the Vézère Valley inspired debate (32) and interpretation from the moment that the Abbé Henri Breuil first read engravings from Abri Blanchard as “Pudendum muliebre” in 1911 (letter from Breuil to Didon dated January 25, 1911, in ref. 33 [= Delluc G, Delluc B (1978) Aurignacian graphic manifestations on rock supports from around Les Eyzies (Dordogne) (Translated from French). Gallia Préhistoire 21:333–438.]).
Ein katholische Priester, Pater Breuil, hat 1911 die Formen offenbar als erster als Vulva beschrieben. Und seither folgen alle seiner sexuellen Fixierung.
P.S. Dieses Posting ist mit einem Augenzwinkern geschrieben!
11. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Der Meister im V.I.P.-Bereich der Fernsehkantine:

Für mehrere “Gigs”, wie er sie nennt, rund um sein neues Buch “Wenn das Schlachten vorbei ist” war T.C. Boyle dieser Tage in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Auch in Zürich. Dort zeichneten die “Sternstunden” ein Interview mit ihm auf, das am 22.5.2012 erstmals ausgestrahlt werden wird. Danach sass ich eine Dreiviertelstunde lang mit ihm unter vier Augen in der Garderobe (Merci beaucoup! den Damen vom Hanser Verlag, die mir die vergnügliche und inspirierende Begegnung ermöglichten!):
Und ich hatte ein paar Freunden und Freundinnen versprochen, ihm ihre Grüsse auszurichten. Er bedankte sich im Gegenzug mit einer Einladung, ihn heute im Flugzeug nach L.A. zu begleiten…:
9. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Die EFSA meldet:
Upon request of the European Food Safety Authority (EFSA), Diána Bánáti has resigned on 8 May as member and Chair of the Management Board, effective immediately. She has decided to take up a professional position at the International Life Sciences Institute (ILSI) which is not compatible with her role as member and Chair of the EFSA Management Board.
Das ist in mindestens zwei Hinsichten interessant:
1. Schon 2010 äusserten offenbar die Grünen im EU-Parlament Kritik an dieser Doppelfunktion von Bánáti. Martin Häusling argumentierte:
Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA ist “die” europäische Behörde, wenn es um die Lebensmittelsicherheit in Europa geht. Ob sie aber tatsächlich im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa handelt, darf absolut in Frage gestellt werden.
Diana Banati, die Vorsitzende des Verwaltungsrates der EFSA hat nebenbei eine führende Position beim ILSI (International Life Science Institut). Das ILSI gibt sich zwar selbst gerne als allgemeinnützig, ist aber tatsächlich eine – zwar verkappte, aber riesige – Lebensmittellobby. So vertritt ILSI Monsanto, Syngenta, BASF, Dupont, Coca Cola, Nestlé, Unilever, Groupe Danone und viele andere.
Der Verwaltungsrat setzt sich zur Hälfte aus der Industrie und zur Hälfte aus Vertretern der so genannten “Nicht-Industrie-Mitglieder” – wie Frau Banati als Wissenschaftlerin – zusammen. Ihre Mitgliedschaft im Verwaltungsrat hat Frau Banati bis Vorgestern der Öffentlichkeit verschwiegen. Darüber hinaus hat sie ihre Position beim ILSI sehr viel geringer dargestellt, als dies tatsächlich der Fall ist. Sie deklariert sich als Mitglied im Ausschuss der wissenschaftlichen und beratenden Mitglieder.
2. Das Bundesamt für Gesundheit beruft sich auf eine von eben jemen von den Grünen kritisierten ILSI entwickelte Methode, wenn es darum geht, die Giftigkeit von Trinkwasserverunreinigungen hierzulande einzuschätzen. Das BAG schreibt unter “Chemische Stoffe im Trinkwasser:
Um den Vorrang der Stoffe festzulegen, welche toxikologisch ausgewertet werden müssen, hat das BAG das Vorgehen des TTC-Konzepts vom ILSI (International Life Science Institute Europe) anerkannt. Dieses Konzept schlägt einen Höchstwert von (≤75ng/L) für bestimmte Stoffklassen vor. Überschreiten die nachgewiesenen Fremdstoffe diese Konzentration, kann ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Im Fall einer Überschreitung ist es deshalb empfehlenswert, im Rahmen der Selbstkontrolle ein toxikologisches Gutachten in Auftrag zu geben, um das potenzielle Risiko abschätzen zu können. Unterhalb dieses Wertes ist nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft davon auszugehen, dass praktisch kein Risiko für die Gesundheit besteht.
Das BAG referiert also auf ein “TTC-Konzept” eines “ILSI Europe”. Auf dessen “Mission and Values”-Seite lesen wir:
ILSI Europe is funded primarily by its industry members.
Und die gehen von Abbott über BASF und Coca-Cola zu Nestlé, Tetra Pak, Unilver und Yakult Europe. 2006 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das ILSI von der direkten Mitarbeit bei der Festsetzung von globalen Standards für Wasser und Nahrungsmittel ausgeschlossen mit der Begründung, es sei zu einseitig finanziert (Environmental Health Perspectives über den Vorgang). Sourcewatch bezeichnet das ILSI als Lobbyorganisation. ILSI selber verwehrt sich allerdings gegen die Bezeichnung (Replik auf ILSI). Das Expertengremium des ILSI hat einen in seinen Worten “pragmatischen” Grenzwert für irgendwelche Fremdstoffe in Nahrungsmitteln festgelegt:
The Thresholds of Toxicological Concern (TTC) is a pragmatic risk assessment tool that is based on the principle of establishing a human exposure threshold value for all chemicals, below which there is a very low probability of an appreciable risk to human health. The concept that there are levels of exposure that do not cause adverse effects is inherent in setting acceptable daily intakes (ADIs) for chemicals with known toxicological profiles. The TTC principle extends this concept by proposing that a de minimis value can be identified for many chemicals, in the absence of a full toxicity database, based on their chemical structures and the known toxicity of chemicals which share similar structural characteristics. The establishment and application of widely accepted TTC values would benefit consumers, industry and regulators.
An Expert Group of the ILSI Europe Threshold of Toxicological Concern Task Force has examined the TTC principle for its wider applicability in food safety evaluation, and concluded that the TTC principle could be applied for low concentrations in food of chemicals that lack toxicity data. The use of a decision tree to apply the TTC principle was proposed, and this paper describes the step-wise process in detail.
Das vom BAG in der Beziehung als relevant bezeichnete “TTC-Konzept” und seine Herleitung beschreibt das “ILSI” hier ausführlich.
Fazit: Die Nahrungsmittelsicherheitsbehörde EFSA trennt sich von ihrer Chefin, weil die parallel dazu in einer Lobbyorganisation tätig ist. “Unser” Bundesamt für Gesundheit beruft sich in Sachen Trinkwasserqualität auf einen Standard, den ebendiese Lobbyorganisation gesetzt hat (siehe auch “BPA Bisphenol A im Neuenburger Trinkwasser”). Andere Länder, andere Sitten…
Die EFSA vertwittert den Vorgang heute Morgen so:
Upon request of EFSA, Diána Bánáti has resigned on 8 May as member and Chair of the Management Board: efsa.europa.eu/en/press/news/…
— EFSA (@EFSA_EU) Mai 9, 2012
Das ILSI seinerseits 6 Stunden später so:
ILSI is able to attract some of the best scientific talent in the world today. Congrats to #ILSI Europe on hiring Prof Banati.
— ILSI(@ILSI_Global) Mai 9, 2012
Public Service Europe berichtet hier ausführlich und mit mehreren Drittstimmen über den Vorgang.
9. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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ITConversations publizierte 2005 einen unbedingt hörenswerten Mitschnitt einer Podiumsdiskussion anlässlich des Erscheinens von “What the Dormouse Said: How the 60s Counterculture Shaped the Personal Computer” von John Markoff. Jemand im Publikum erinnerte in einer Bemerkung an Paul Baran, den Erfinder des Prinzips “Packet Switching”, auf dem das Internetprotokoll beruht. Baran soll in seinen ersten Papers darüber bereits vorausgesagt haben:
Packet switching will lead to the end of government.
Das ist dieser kurze Ausschnitt der Veranstaltung. Es lohnt sich auf jeden Fall, den ganzen Mitschnitt von IT Conversations, ursprünglich eine Idee von Doug Kaye (respect!), anzuhören!
5. Mai 2012
von Patrik Tschudin
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Wenn der Unterbau des Schulsystems radikal umgebaut wird mit dem Lehrplan 21, wovon man langfristig gravierende gesellschaftliche Veränderungen erwarten kann, warum diskutiert dieses Land nicht mehr, öffentlicher und strukturierter darüber? Warum ist die kontinuierliche Berichterstattung über diesen Prozess nicht ein fester Bestandteil irgendwo in einem öffentlich-rechtlichen Medium? Oder bin ich blind und taub?