Patrik Tschudin

radio hat die besseren bilder!

3. Mai 2013
von Patrik Tschudin
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Die Beschäftigtenstatistik: ein (halb)blinder Fleck der baselstädtischen Wirtschafts- und Sozialpolitik?

BASF und andere bauten und bauen in letzter Zeit massiv Stellen ab auf dem Platz Basel. Das führt fast natürlicherweise zur Frage:

Wieviele Menschen arbeiten eigentlich in welchen Branchen in Basel-Stadt? Und wie haben sich diese Verhältnisse verändert über die letzten Jahre?

So umittelbar einleuchtend es erscheint, dass eine aktuelle, laufend nachgeführte Statistik mit den effektiven Zahlen der im (nicht beim!) Kanton Beschäftigten (vielleicht sogar aufgeteilt nach Branchen) eine relevante Kenngrösse wäre zur Beurteilung der ökonomischen Prosperität dieser politischen und wirtschaftlichen Einheit, so ernüchternd ist die Suche danach. Sie führt ins Leere! Es gibt sie nicht.

Nicht beim kantonalen Amt für Statistik. Dort gibt’s zwar eine quartalweise aktualisierte Tabelle der “Beschäftigung in der Nordwestschweiz (BESTA)“. Die “Nordwestschweiz” ist aber der Zusammenzug der Zahlen von BS, BL und AG.

Und: Die BESTA ihrerseits beruht zudem nicht auf effektiven Zahlen, sondern auf einer

repräsentativen Stichprobe von 62’000 Betrieben des sekundären und tertiären Sektors.

Diese rapportieren per Fragebogen an das Bundesamt für Statistik, das die Daten nach Grossregionen (z.B. Nordwestschweiz = BS + BL + AG), nicht nach Kantonen (!), auswertet. Als Grund für diese geographische Unschärfe antwortet der zuständige Francis Saucy:

L’échantillon est tiré de manière à fournir des résultats fiables au niveau des grandes régions et nous produisons des résultats à ce niveau

Auf die Frage, ob sich denn aus den Daten keine Kantonszahlen extrahieren liessen, schreibt er:

Nous ne pouvons donc pas fournir des résultats pour chacun des cantons. Les cantons et grandes villes qui le souhaitent ont la possibilité de financer des compléments d’échantillon. C’est le cas de GE, NE, SG, VD et StadtZurich. Les résultats que nous produisons pour eux sont publiés directement par ces régions.

Einige Orte investieren also extra in die Beschäftigtenstatistik. Die Nordwestschweizer nicht. Ergo gibt’s die Beschäftigtenzahlen zu Basel-Stadt auch: Nicht beim Bundesamt für Statistik.

Und ebenso:

Nicht beim Amt für Wirtschaft und Arbeit. Das AWA publiziert zwar fleissig jeden Monat zur “Lage auf dem Basler Arbeitsmarkt. Aber darin steht lediglich, was sich in Sachen Arbeitslosenzahlen resp. offene Stellen tut.

Hansjürg Dolder, Leiter des AWA erklärt auf Anfrage, dass auch sein Amt die Zahlen des BfS verwende. Gefragt danach, ob eine Statistik darüber existiere, wieviele Menschen auf Kantonsgebiet arbeiteten, erklärt er,

dass es auf Kantonsniveau keine aktuelle mit den Arbeitslosenzahlen vergleichbare Zahlenreihe zur Beschäftigung gibt.

Nicht einmal der “Wirtschaftsbericht 2012” des Regierungsrats nennt auch nur eine einzige absolute Zahl zu den Beschäftigten im Kanton. Dafür ventiliert er seeehr viiiel warme Luft! Und ohne eine einzige Zahl als Beleg orakelt er freihändig auf Seite 30:

Zudem überdeckt der Erfolg der LifeSciences-Industrie gewisse Schwächen in anderen Branchen, deren Entwicklung in den letzten rund 15 Jahren weder punkto Wertschöpfungswachstum noch punkto Beschäftigung mit der stärksten Branche mithalten konnten. Besonders bei der Beschäftigungsentwicklung weist Basel-Stadt Schwächen auf und konnte, über eine längere Frist betrachtet, nicht mit dem Nachbarkanton Basellandschaft oder mit anderen Schweizer Regionen mithalten.

In dem im August 2012 erstellten Dokument ist die aktuellste Aussage die auf Seite 1:

Die Zahl der Erwerbstätigen ist im Kanton Basel-Stadt zwischen 2008 und 2010 leicht um 0,5% p.a. gestiegen.

Natürlich ohne absolute Zahl oder Quellenangabe. Der Bericht erfüllt generell den Mindeststandard, dass Zahlenangaben per Referenz auf ihre Quelle belegt gehören, nicht. So könnte – theoretisch – der “Wirtschaftsbericht 2012″ frei erfunden sein, oder voller kreuzfalscher Zahlen stecken. Niemand würd’s merken.

Offenbar geht das so durch bei Verwaltung und Regierung. Und auch das Parlament nickte den Bericht am 12.9.2012 ab.

Peter Laube, Vize-Chef des Statistischen Amtes Basel-Stadt, erklärt die Sache freundlicherweise in einem Mail dieser Tage. Es ist so:

Zuerst zum Status Quo: Die Beschäftigungsstatistik (BESTA) ist eine vierteljährliche Stichprobenerhebung des Bundesamtes für Statistik, die Ergebnisse auf Ebene der sog. Grossregionen liefert. Die Grossregionen sehen folgendermassen aus.

Genferseeregion GE, VD, VS
Espace Mittelland BE, FR, JU, NE, SO
Nordwestschweiz AG, BL, BS
Zürich ZH
Ostschweiz AR, AI; GL, GR, SG, SH, TG
Zentralschweiz LU, NW, OW, SZ, UR, ZG
Tessin TI

Von der Möglichkeit einer kantonalen Erhöhung der BESTA-Stichprobe hat Basel-Stadt, wie übrigens die allermeisten Kantone abgesehen. Zum einen wären die Kosten sehr hoch, zum anderen die Belastung der vierteljährlich Auskunft gebenden Betriebe kaum zu verantworten. Vor allem aber kommt hinzu, dass mit der derzeitigen Neukonzeption der Betriebszählung die Beschäftigtenzahlen künftig jährlich, auch auf Kantonsebene vorliegen werden. Die Betriebszählung, neben der Volkszählung traditionell die andere grosse landesweite Vollerhebung im 10-Jahresrhythmus, fand ursprünglich in den 5-er Jahren (1975, 1985 …) statt. Um der sich schnell ändernden Wirtschaftsstruktur gerecht zu werden, wurde die Periodizität in den 90-er Jahren erhöht (1995, 1998, 2001, 2005, 2008). Mit dem Übergang von Erhebungen zu registerbasierter Statistik wurden die Daten von 2011 nicht mehr aufwändig durch das Bundesamt für Statistik bei allen Betrieben erhoben, sondern erstmals den AHV-Registern entnommen. Das ist ein Paradigmenwechsel, der zumindest in der Anfangsphase noch keine zeitliche Verbesserung bringt. Die Daten werden vorerst wie bisher nach rund zwei Jahren vorliegen, also vom Herbst 2011. Aber: Die Daten werden künftig jährlich zur Verfügung stehen und es ist davon auszugehen, dass sich die Zeit zwischen Stichtag und Publikation verringern dürfte.

Künftig werden somit jährlich detaillierte Daten zur Beschäftigung auf Kantonsebene vorliegen.

Fazit: In Zukunft wird alles besser, dank AHV-basierten Zahlen, die zu jährlichen Statistiken ausgewertet werden. Aber irgendwie bleibt ein schaler Beigeschmack zurück, dass es bis dato tatsächlich keine (mindestens quartalsweise) aktuellen, effektiven Zahlen gibt über die Anzahl Beschäftigte (wenn möglich: nach Branchen) in Basel-Stadt. Das kann, auch für Statistikskeptiker, zugespitzt fast nur eines heissen:

Das Wirtschafts- und Sozialdepartement und das Finanzdepartement fällen ihre wirtschaftspolitischen Entscheidungen (soweit sie überhaupt solche fällen) seit Jahr und Tag so gut wie im Blindflug! Für die Wirtschaftsförderung existiert kaum eine solide Erfolgskontrolle. Und: Dem Parlament war das bis anhin schnuppe.

7. April 2013
von Patrik Tschudin
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Netzwerkanalyse per Google Fusion Tables

Google Fusion Tables bietet ein sehr einfaches Mittel, um Verbindungen darzustellen als “Network Graph”. Die Anleitung ist recht schlicht gehalten. Angenommen man will optisch ein Netzwerk von Firmen und Verwaltungsräten visualisieren, geht das so:

  1. Eine Google-Docs-Tabelle mit drei Spalten: 1. Person, 2. Firma, 3. Rolle (fakultativ); Beispiel
  2. Diese Tabelle importieren nach Google Fusion Tables
  3. Darstellen lassen als Netzwerk:

Ein einfaches, aber effizientes Mittel, um sich rasch eine optische Übersicht über personelle Verbindungen zu verschaffen.

27. Februar 2013
von Patrik Tschudin
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BPA in Bier und Cola

Lars Fischer brachte mich darauf, mal nach Bisphenol A in Dosengetränken zu googlen.

Schnell “bpa, alu, can” eingegeben und kurz darauf ist, via diesen Artikel bei treehugger, die Analyse der kanadischen Gesundheitsbehörde mit dem naheliegenden Titel “Survey of Bisphenol A in Soft Drink and Beer Products from Canadian Markets” (backup, Textversion) schon gefunden. Die Werte:

bpa-softdrinks

bpa-bier

Die Konzentrationen liegen damit grob geschätzt bei rund 1% von jenen, die die westschweizer Zeitschrift femina vor einiger Zeit in Nahrungsmitteln in Konservendosen fand.

30. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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Review “Horizontal transfer of microRNAs” von Chen-Yu Zhang

Weil das Gebiet so spannend ist, hier gleich noch ein zusammenfassender Artikel von Zhang:

A new class of RNA regulatory genes known as microRNAs (miRNAs) has been found to introduce a whole new layer of gene regulation in eukaryotes. The intensive studies of the past several years have demonstrated that miRNAs are not only found intracellularly, but are also detectable outside cells, including in various body fluids (e.g. serum, plasma, saliva, urine and milk). This phenomenon raises questions about the biological function of such extracellular miRNAs. (…) These miRNAs may function as secreted signaling molecules to influence the recipient cell phenotypes. Furthermore, secreted extracellular miRNAs may reflect molecular changes in the cells from which they are derived and can therefore potentially serve as diagnostic indicators of disease. Several studies also point to the potential application of siRNA/miRNA delivery as a new therapeutic strategy for treating diseases. In this review, we summarize what is known about the mechanism of miRNA secretion. In addition, we describe the pathophysiological roles of secreted miRNAs and their clinical potential as diagnostic biomarkers and therapeutic drugs. We believe that miRNA transfer between cells will have a significant impact on biological research in the coming years.

Hier, bei Springer, ist das Paper ursprünglich zu Hause. Wer nach dem Titel googlet, findet aber sehr rasch, dass das pdf des Übersichtsartikels in China auch kostenlos zum Download bereitliegt… Oder hier.

27. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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Review von Chen-Yu Zhang et al. zur Rolle von microRNA in speziesübergreifender Kommunikation

Der auf März 2013 datierte Übersichtsartikel “New roles for microRNAs in cross-species communication“, dessen einer Ko-Autor Chen-Yu Zhang mich mit einem Paper vom Herbst 2011 zur Kontext-Ausgabe “Kann Pflanzenerbgut unsere Gene steuern?” anregte (er ist darin u.a. zu hören), verwendet diese Illustration, um zu zeigen, welche neuen Erkenntnisse zum faszinierenden Thema speziesübergreifende, microRNA-vermittelte Genregulation er zusammenfasst:

2012RNABIOL0280R1-F1-1

Der Abstract:

Communication between cells ensures coordinated behavior. In prokaryotes, this signaling is typically referred to as quorum sensing, whereas in eukaryotic cells, communication occurs through hormones. In recent years, reports have shown that small noncoding RNAs, called microRNAs (miRNAs), can be transmitted from one species to another, inducing signal interference in distant species, even in a cross-kingdom manner. This new mode of cross-species communication might mediate symbiotic and pathogenic relationships between various organisms (e.g., microorganisms and their hosts). Here, we discuss several recent studies concerning miRNA-mediated cross-species gene regulation.

22. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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sharetronix hacking

Vor kurzem bin ich über das fix-fertig-social-network-Paket Sharetronix gestolpert. Aber das läuft – angeblich – nur unter Apache. So geht’s aber auch auf nginx:

  1. Die neuste Version herunterladen und auf Deinen Webserver hochschieben
  2. in ./install/include/step_3.php alle Zeilen ersatzlos rauslöschen, die in Tests auf Apache Bezug nehmen. Bei mir waren das Zeilen 72 bis 115
  3. in ./install/include/step_3.php im array $check von Hand alle Zeilen mit “apache” drin auf TRUE setzen
  4. Das ursprüngliche .htaccess-File sieht so aus:

    <IfModule mod_rewrite.c>
    RewriteEngine On
    RewriteBase /
    RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
    RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
    RewriteRule ^(.*)$ index.php?%{QUERY_STRING} [NE,L]
    RewriteRule .* - [E=HTTP_AUTHORIZATION:%{HTTP:Authorization},L]
    </IfModule>

    Aber das versteht nginx natürlich nicht. Drum: Hier hat’s einen sensationellen apache.htaccess-nach-nginx.conf-Übersetzer. Von dort kommt Hilfe:

    Das nginx.conf-File für die Domain ergänzen um:

    # minim abgeändert ("last" statt "break")
    location / {
    if (!-e $request_filename){
    rewrite ^(.*)$ /index.php?$query_string last;
    }
    }

Das ist schon alles. Es funktioniert. Ehrenwort :-)

22. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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Darmfloraforschung, Diabetes und microRNA

Damit’s nicht unter’s Eis gerät: Irgendwie hängt METACARDIS, also “ein Konsortium von 14 Forschungszentren und -unternehmen aus Frankreich, Deutschland, England, Dänemark, Schweden und Belgien”, das untersucht, “wie die menschliche Darmflora mit Herz- und Stoffwechselerkrankungen zusammenhängt”, zusammen mit dem microRNA-Fund im menschlichen Blut von Wilmes et al. Vielleicht bild ich mir das auch nur ein. Mal schauen. Spekulation ins Blaue: Wie, wenn nicht über den Kanal der microRNA, sollen die Mikroben im Darm auf den Stoffwechsel im übrigen Körper einwirken, würd ich jetzt mal ganz mechanistisch fragen. Beim Metacardis-Communiqué bei Eurekalert steht z.B. auch

research has shown that gene expression models of the gut microbiota vary from one cardiometabolic condition to another. Obese patients presenting insulin resistance, inflammatory syndrome, dyslipidaemia and/or glucose dysregulation are characterised by an alteration in the diversity and composition of their gut microbiota. Some species of gut bacteria have even been found to be associated with coronary vascular diseases.

Und:

Imbalances in gut intestinal flora therefore may play a role in the development of cardiometabolic conditions.

Worauf dann natürlich Nestlé anspringt mit ihrem “Nestlé Institute of Health Sciences”!

NACHTRAG 3.2.13 – Craig Venter zur SonntagsZeitung:

Das Mikrobiom hängt mit dem menschlichen Genom zusammen und bestimmt, wie jemand auf die Umwelt reagiert, welche Nahrung zu Übergewicht führt oder zu Diabetes. Es beeinflusst die menschliche Gesundheit.

20. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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Kleine RNA – die “Dunkle Materie” des genetischen Universums

Ein hochspannender Vortrag von Professor Sir David Baulcombe, Regius Professor of Botany in Plant Sciences at the University of Cambridge bei der “Oxford Scientific Society” über ”small RNAs” und die Grundlagen von “RNA silencing”, worin er unter anderem erzählt über unerwartete Resultate bei gentechnischen Experimenten mit Pflanzen, betitelt “Small RNA — Biology’s ‘Dark Matter’” (bei 31:30 kommt Baulcombe zum – in seinen Worten – “coolest experiment that we have ever done. and we still haven’t fully come to grips with it. (…) it’s an epigenetic control mechanism.” Und im Q&A-Teil, bei 50:40 erzählt er kurz davon, dass die kleine RNA auch zirkulieren kann zwischen Zellen und in der ganzen Pflanze als Signalisierungsmechanismus; und dass neuere Arbeiten dasselbe auch bei Tieren und Menschen andeuten ["I know there's a lot of interest in this."]):

Gefunden bei reddit, ursprünglich publiziert hier am 22.12.12 beim “h+ magazine”.

18. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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EMPA meldet Effizienz-Weltrekord bei CIGS-Solarzellen

flexiblesolarzelle

Aus dem Communiqué:

Empa-Wissenschaftler haben Dünnschichtsolarzellen auf flexibler Plastikfolie mit einem neuen Rekordwirkungsgrad von 20.4% für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie entwickelt. Die Zellen basieren auf so genannten CIGS-Halbleitern (Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid), die ein enormes Potenzial für die Bereitstellung von kostengünstigem Solarstrom aufweisen. Als nächstes soll die Technologie vom Labormassstab für verschiedene Industrieanwendungen hochskaliert werden.

Um Solarstrom günstig anbieten zu können, versuchen Wissenschaftler und Ingenieure seit langem, eine preiswerte Solarzelle zu entwickeln, die sowohl hocheffizient als auch einfach und in grossen Mengen produziert werden kann. Nun ist einem Empa-Team unter der Leitung von Ayodhya N. Tiwari ein (weiterer) Durchbruch gelungen. Die Forscher konnten den Wirkungsgrad für die Energieumwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität bei CIGS-Dünnschichtsolarzellen auf flexiblen Plastikfolien erneut deutlich steigern – auf den neuen Rekordwert von 20.4%, eine markante Verbesserung im Vergleich zum bisherigen Rekord von 18.7%, den das gleiche Team im Mai 2011 aufgestellt hatte. Das Forschungsteam um Tiwari untersucht und entwickelt seit geraumer Zeit verschiedene Dünnschichttechnologien. Über die Jahre hat das Labor den Wirkungsgrad flexibler CIGS-Solarzellen seit ihrem ersten Weltrekord von 12.8% im Jahr 1999 mit 14.1% (2005), 17.6% (2010) und 18.7% (2011) immer weiter verbessern können. (…)

Vor gut drei Jahren stand mir Tiwari zu dem Thema Red und Antwort und war, neben anderen, in diesem Beitrag im Wissenschaftsmagazin auf DRS2 zu hören.

14. Januar 2013
von Patrik Tschudin
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Spermienkonzentration bei Franzosen in 16 Jahren um 32% gesunken

Von ’89 bis ’05 nahm die mittlere Spermienkonzentration im Ejakulat der 26’609 untersuchten Männer um einen Drittel ab, berichten M. Rolland, J. Le Moal, V. Wagner, D. Royère und J. De Mouzon am 4. Dezember 2012 in “Human Reproduction” in ihrem Artikel

Decline in semen concentration and morphology in a sample of 26’609 men close to general population between 1989 and 2005 in France

Sie schreiben:

There was a significant and continuous decrease in sperm concentration of 32.2% [26.3–36.3] during the study period. Projections indicate that concentration for a 35-year-old man went from an average of 73.6 million/ml [69.0–78.4] in 1989 to 49.9 million/ml [43.5–54.7] in 2005. A significant, but not quantifiable, decrease in the percentage of sperm with morphologically normal forms along the 17-year period was also observed. There was no global trend but a slight, significant increase in total motility between 1994 and 1998 was observed. The results were robust after sensitivity analysis.

Zur Erinnerung: 2008 im Rahmen des NFP50 publizierte Daten zur Spermaqualität bei Schweizer Rekruten wiesen in eine ähnliche Richtung. Sie zeigen zwar nur eine Momentaufnahme, aber weisen ebenfalls unterdurchschnittliche, regional variierende Werte aus (backup):

More than 50% of the subjects had, at least, one value below the WHO thresholds. The median concentration was comparable to that of Denmark (44 millions/ml), which has the highest testicular cancer incidence in Europe. Regional differences were observed in Switzerland. The sperm concentrations of the subjects living in the Zürich area (36 millions/ml) and in the Alps (43 millions/ml) were slightly lower than those from Jura (54 millions/ml) or the Plateau (54 millions/ml).

Damals hielten Michel Crausaz, Josefina Vargas, Roumen Parapanov, Yves Chollet, Marc Wisard, Eric Stettler, Alfred Senn und Marc Germond in ihrem Artikel (backup chimia.2008.395_01)

First Evaluation of Human Sperm Quality in Various Geographic Regions of Switzerland

in “Chimia”, der Zeitschrift der “Schweizerische Chemische Gesellschaft” fest:

the low testicular activity of the Swiss conscripts should be recognised as a national health issue, to be taken seriously and further investigated.

Ob sich in der Sache je wieder etwas getan hat? Man sollte vielleicht mal nachfragen.