Kann Pflanzenerbgut unsere Gene steuern?

Forschende an der Universität der chinesischen Stadt Nanjing sind einem bisher in der Biologie unbekannten Wirkungszusammenhang auf der Spur. Sie beobachteten erstmals, dass kleine Stücke des Erbguts von Pflanzen, so genannte MicroRNA, aufgenommen durch die Nahrung (konkret: Reis), das genetische Innenleben von Mäusezellen beeinflussten (Artikel bei Nature Cell Research, Communiqué dazu). Können andere Forschende diese Beobachtung aus China bestätigen, und der Weg der MicroRNA „mir168“ von der Pflanzenzelle, wo sie eine zentrale Rolle im Zellgeschehen spielt, unbeschadet durch den Verdauungstrakt, in die Leberzellen der Mäuse wird verstanden, eröffnen sich möglicherweise u.a. neue Wege für die medizinische Forschung. Eine Expedition an die Grenzen des etablierten Wissens über das Innenleben unserer Zellen – und darüber hinaus.
Es kommen zu Wort: Chen-Yu Zhang, Marc Bühler, Wilhelm Gruissem, Walter Doerfler, Hervé Vaucheret (Autor von „Research Highlight“ zu Zhangs Artikel). Stimmen: Noemi Gradwohl & Patrik Tschudin, Foto: cc by visualpanic. Gesendet am 18.1.2012 in „Kontext“.